Vitamine für die Seele


Liebe Leserin
Lieber Leser

Jeder Mensch braucht ab und zu seelische Nahrung die gut tut. Mit den "Vitaminen für die Seele" wollen wir Ihnen, in losen Abständen, solche Nahrung bereitstellen. Wir wünschen Ihnen, Momente an denen Sie aus dem Altagstrott ausbrechen können und dabei diese Vitaminen tanken können.

Falls Sie das Bedürfnis für Seelsorge, für andere Anliegen, oder konkrete Hilfeleistungen haben, können Sie sich jederzeit an mich wenden.

Pfrn. Annette Spitzenberg

 

Schmecken
 
Unser Geschmackssinn ist ein sehr wichtiger Sinn, der uns hilft, das Leben und seine Freuden zu geniessen.
Erinnern Sie sich daran, was Sie als Kind gerne gegessen haben, hatten Sie ein Lieblingsessen? Stellen Sie sich die Düfte und den Geschmack auf der Zunge vor.
Welches ist heute Ihr Lieblingsgericht? Liebe geht durch den Magen, so sagt ein Sprichwort. Und so können Sie sich auch jetzt etwas Liebes tun. Gönnen Sie sich Ihr Lieblingsgericht. Wenn Sie selbst kochen, dann bereiten Sie es sich zu mit aller Liebe und Sorgfalt, die Sie aufbringen können. Wenn nicht, vielleicht können Sie sich Ihr Lieblingsgericht wünschen? Wenn Sie in einer Institution sind, dann können Sie fragen, ob sie es auf die Wunschliste setzen können. Und wenn Sie sich in (hie und da) in einem Restaurant verpflegen, die ja jetzt wieder öffnen dürfen, dann gönnen Sie sich dort Ihr Lieblingsessen. Geniessen Sie es mit allen Sinnen und sämtlichen Geschmacksknospen im Mund. Unsere Zunge kann ja salzig, süss, sauer, bitter und Umami (=wohlschmeckend fleischig) schmecken.
Es ist für mich im Moment nicht einfach, mit Corona zurecht zu kommen. Die Einschränkungen mit meinen 83 Jahren sind noch grösser als vorher. Zum Glück habe ich mich rechtzeitig um eine Einkaufshilfe bemüht. Da hatte ich einen sechsten Sinn.
Aber etwas hat mir Kraft gegeben, davon zehre ich immer noch:
Eines Morgens höre ich eine Blaumeise singen. Und ich denke mir, die singt so laut, das klingt, als wäre sie in der Stube. Und das war sie auch! Da sass sie auf meinem Schrank. Eine junge Blaumeise. Und als ich auf sie zuging und mir ihr sprach, die Hand öffnete, da flog sie doch tatsächlich in meine Hand! Sie war ganz zutraulich und ohne Angst. Und wie leicht so ein Vögelchen ist! So sprach ich mit ihr und sie mit mir. Ich ging langsam und behutsam zum geöffneten Wohnzimmerfenster mit ihr.
Als ich beim Fenster war und sie hinaushielt, da flog sie ganz selbstverständlich davon, immer noch singend.
Immer wenn es mich schwer ankommt, denke ich an dieses wunderschöne Erlebnis inmitten von Corona.
 
Dieses Vitamin stammt von Brigitte Raaf, einer alten verwitweten Freundin aus meinem ersten Pfarramt

 Junge Blaumeise

 

 

Wertschätzung ist etwas, das wir auch unter Coronazeiten brauchen. Wertschätzung hat mir Respekt zu tun (die Massnahmen weiterhin befolgen, um andere nicht zu gefährden), Wertschätzung brauchen wir aber auch, um uns wohl zu fühlen. Wertschätzung ist etwas, das wir einander auch schenken können.
Daher lade ich Sie ein, sich zu überlegen, welche Person Sie wertschätzen. Und warum. Das kann ein nahestehender Mensch sein, wenn Sie einen solchen haben, das kann aber auch z.B. die Spitexpflegerin sein oder ein Mitbewohner im Altersheim oder die freundliche Nachbarin oder jemanden, dem Sie bei einem Ihrer Spaziergänge begegnen.
Wenn Sie können, dann drücken Sie Ihre Wertschätzung aus. Das kann ein freundliches Lächeln sein, ein herzhaftes Dankeschön oder ein ausgesprochenes Kompliment. Manchmal denken wir, die andere Person wüsse sicher, dass wir sie wertschätzen. Das brauche man nicht zu zeigen oder gar sagen. Doch die Erfahrung hat mich anderes gelehrt. Ausgedrückte Wertschätzung öffnet Herz und Sinne und kann zu überraschenden und beglückenden Erfahrungen führen.

 

Du Gott der Fülle,
 
Wir bitten dich heute für die Menschen, die kleine oder grössere Unternehmen leiten. Manche von ihnen werden kaum Auswirkungen von Corona spüren, andere sind stark betroffen. Hilf allen, die betroffen sind, ihre soziale Verantwortung wahrzunehmen gegenüber ihren Angestellten, hier in der Schweiz und international.
Besonders denken wir an Menschen, die keine Nahrung mehr haben, wenn sie entlassen werden, zB die vielen, die in der Bekleidungsindustrie arbeiten.
Hilf, dass die Geldmittel, die seitens der Politik gesprochen werden, so fliessen, dass sie denen zugutekommen, die es nötig haben, Firmen, Angestellten.
Und wir bitten dich, dass die grossen Firmen Augenmass beweisen und diejenigen, die Hilfe vom Staat erhalten, nicht auch noch Dividenden auszahlen.
Sei bei allen KMU’s, die besonders betroffen sind und schlaflose Nächte haben! Schenk Hoffnung, Durchhaltevermögen und die Zuversicht, die Krise zu meistern.
Hilf uns allen, solidarisch und sozial verantwortlich zu handeln.
 
Amen

 

Wieder unter der Rubrik «Kindersprüche» gesammelt von Hartmut Press
 
Michael wurde bei einer Weihnachtsfeier vom Samichlaus aufgefordert, doch ein Gedicht aufzusagen. Das war zuviel! Michael rief ganz erschrocken: «Meine Stimme ist weg, das hörst du doch!»
 
Mit grossem Eifer spielt unser zweieinhalbjähriger Tim Ente. Dazu krabbelt er auf den Couchtisch, springt dann hinunter und «schwimmt». Nach einiger zeit verkündet er, dass er nun keine Ente mehr sei, sondern ein Mann. «Was macht denn der Mann?» erkundige ich mich. «Der schwimmt auch, Köpfchen ins Wasser, Schwänzchen in die Höh’».
 
Friedel schaukelt und unterhält sich dabei mit Werner. «Ich weiss jetzt schon alles besser, weil ich einen Weisheitszahn gekriegt habe.»
 
In der Grundschule wird Gottes Allgegenwart behandelt. Der Religionslehrer erklärt konkret: «Gott ist also im Zimmer, auf dem Gang, im Estrich und im Keller, einfach überall.» Mit allem ist Max einverstanden, nur mit dem Keller nicht. Ärgerlich fragt der Religionslehrer: «Und warum soll er da nicht sein?» Max’ Antwort überzeugt ihn: «Weil wir keinen Keller haben.»