Vitamine für die Seele


Liebe Leserin
Lieber Leser

Jeder Mensch braucht ab und zu seelische Nahrung die gut tut. Mit den "Vitaminen für die Seele" wollen wir Ihnen, in losen Abständen, solche Nahrung bereitstellen. Wir wünschen Ihnen, Momente an denen Sie aus dem Altagstrott ausbrechen können und dabei diese Vitaminen tanken können.

Falls Sie das Bedürfnis für Seelsorge, für andere Anliegen, oder konkrete Hilfeleistungen haben, können Sie sich jederzeit an mich wenden.

Pfrn. Annette Spitzenberg

 

Wieder unter der Rubrik «Versprecher» gesammelt von Hartmut Walsdorff
 
Gott wird deinen Fuss nicht fallen lassen.
(gleiten)
 
Völlig neue Perspektiven eröffnet die kirchliche Befruchtung.
(künstliche)
 
Lasst euch verwöhnen mit Gott!
(ja hoffentlich, gemeint war aber «versöhnen»)
 
Und nun lasst uns behaglich die Wege unseres Gottes gehen.
(beharrlich)
Am liebsten würde ich heute sämtliche Konfirmationsfamilien beerdigen!
(ui, so schlimm waren die Konfirmanden? Gemeint war aber besuchen!)
 
Sondern erlöse uns von dem Pöbel!
 
Gottes Regieanweisung gilt noch immer: Sechs Tage sollt ihr schlafen, am siebenten ausruhen!
(so sieht wohl das biblische Schlaraffenland aus, wenn aus schaffen schlafen wird)
Zuallererst ermahne ich euch zum Gebet. Betet, bittet und dankt für alle Menschen, besonders für Könige und alle, die in leitenden Positionen sind. 1. Tim 2, 1.2a
 
Ich möchte in dieser Zeit nicht gerne Bundesrätin sein. Was für eine grosse Verantwortung, die jetzt zu tragen ist! All die Entscheidungen, die nach bestem Wissen und Gewissen und nach Abwägen aller bislang bekannten Fakten getroffen werden müssen. Wie kann man grösstmöglich die Gesundheit schützen, wie kann man aber auch dafür sorgen, dass alle im Land weiterhin ihr Einkommen haben resp. berufliche, wirtschaftliche Perspektiven?
Da braucht es viel an Weisheit, viel an Umsicht, viel Faktenkenntnisse, die Fähigkeit, sie in Beziehung zu setzen, vernetzt zu denken, in die Zukunft hinein zu planen, auf gute Berater zu hören etc.
Was ich beitragen kann, ist mein Gebet für Politikerinnen und Politiker um Weisheit. Könige haben wir ja keine mehr, aber Bundesräte, Parlamentarierinnen. Beten wir, dass sie nach bestem Wissen und Gewissen entscheiden mit dem Blick auf das Wohl aller Menschen in diesem Land und über seine Grenzen hinaus.
 
Ein Engel hat immer für dich Zeit,
das ist der Engel der Langsamkeit.
Der Hüter der Hühner, Beschützer der Schnecken,
hilft beim Verstehen und beim Entdecken,
schenkt die Geduld, die Achtsamkeit,
das Wartenkönnen, das Lang und das Breit.
Er streichelt die Katzen, bis sie schnurren,
reiht Perlen zu Ketten, ohne zu murren.
Und wenn die Leute über dich lachen
und sagen, das musst du doch schneller machen,
dann lächelt der Engel der Langsamkeit
und flüstert leise: Lass dir Zeit!
Die Schnellen kommen nicht schneller ans Ziel.
Lass den doch rennen, der rennen will!
Er sitzt in den Ästen von uralten Bäumen,
lehrt uns den Wolken nachzuträumen,
erzählt vom Anbeginn der Zeit,
von Sommer, von Winter, von Ewigkeit.
Und sind wir müde und atemlos,
nimmt er unsern Kopf in seinen Schoß.
Er wiegt uns, er redet von Muscheln und Sand,
Von Meeren, von Möwen und Land.
Ein Engel hat immer für dich Zeit,
das ist der Engel der Langsamkeit.
 
Jutta Richter/An einem grossen stillen See/Hanser Verlag München
 
zur Verfügung gestellt von Yvonne Huber
Du Gott, der du uns trägst und hältst wie eine Mutter,
 
Wir wollen dich bitten für alle Menschen, die ein Risiko tragen, für die Seniorinnen und Senioren, für Menschen mit einer Vorerkrankung.
Für einige von uns wird die Bewegungsfreiheit etwas grösser, viele können wieder arbeiten. Doch für Menschen mit einem Risiko kehrt noch lange keine Normalität zurück. Die Menschen in den Alters- und Pflegeheimen bleiben weitgehend isoliert.
Menschen mit Vorerkrankungen dürfen nicht arbeiten oder höchstens im Homeoffice.
Seniorinnen und Senioren dürfen immer noch kaum Kontakt haben zu ihren Kindern.
Das alles ist hart und schwer, das alles ist nicht einfach auszuhalten. Das alles lässt die Seele leiden.
So bitten wir dich, sei du ganz besonders all denen nahe, die jetzt einsam und allein sind, allen, die ein Risiko tragen. Lass sie spüren, dass sie nicht vergessen sind. Schenke uns allen Kreativität, wie wir ihnen Nähe schenken können, ohne sie zu gefährden.
Amen

 

Die Coronazeit fordert uns sehr heraus, uns zu verbinden auf eine ganz neue Weise, damit wir die Krise gemeinsam meistern können. Daher lade ich Sie heute zu einem etwas gewagten Experiment ein:
Versuchen Sie, sich mit einer Randgruppe zu verbinden, die Ihrer Lebensweise nicht entspricht. Das kann auch eine Menschengruppe sein aus einem Land, das Sie mal bereist haben.
Klären Sie zuerst Ihren eigenen Standpunkt. Warum empfinden Sie Ihre eigene Lebensweise als stimmig, als richtig für Sie?
Und versuchen Sie nun, sich in die Position der Randgruppe zu begeben. Schauen Sie erst, wie es sich anfühlt, diese Position einzunehmen. Gibt es aus dieser Randgruppe ev etwas, das auch Sie bereichern könnte? Welchen Grund hat es wohl, dass diese Gruppe am Rande steht? Was an ihr könnte wertvoll sein für die ganze Gesellschaft? Vielleicht sogar für eine Zeit nach Corona? Gibt es vielleicht sogar etwas davon, das Sie in sich selbst entdecken?
 
Als Beispiel eine Kurzantwort zur Randgruppe der Süchtigen: für mich stehen sie für Mut für Grenzerfahrung und die grosse Sehnsucht nach dem Einssein, letztere spüre ich in mir auch.