Vitamine für die Seele


Liebe Leserin
Lieber Leser

Jeder Mensch braucht ab und zu seelische Nahrung die gut tut. Mit den "Vitaminen für die Seele" wollen wir Ihnen, in losen Abständen, solche Nahrung bereitstellen. Wir wünschen Ihnen, Momente an denen Sie aus dem Altagstrott ausbrechen können und dabei diese Vitaminen tanken können.

Falls Sie das Bedürfnis für Seelsorge, für andere Anliegen, oder konkrete Hilfeleistungen haben, können Sie sich jederzeit an mich wenden.

Pfrn. Annette Spitzenberg

 

 

Mitgefühl ist nicht dasselbe wie Mitleid. Beim Mitleid mache ich die andere Person klein, schaue auf sie herab aus einer höheren Perspektive und denke so etwas wie: «Oh je, die Arme».
Beim Mitgefühl hingegen handelt es sich um die Fähigkeit, dass ich mich in eine andere Person hineinversetzen kann. Dass ich nachvollziehen kann, wie es ihr gerade geht, dass ich namentlich auch ihr Leiden und ihren Schmerz mitempfinden kann. Im Extremfall sogar, dass ich einen tief vergrabenen Schmerz spüre, der dieser Person vielleicht sogar noch gar nicht bewusst ist.
Mitgefühl macht die andere Person nicht klein, sie achtet respektvoll ihren Schmerz. Und sie bedingt ein weiches Herz.
Und wir brauchen sie jetzt in Coronazeiten sehr stark, diese Fähigkeit zum Mitgefühl. Sie verbindet uns miteinander, sie lässt uns auch kreativ werden, wie wir einander unter die Arme greifen und unterstützen können. Und sie verhindert, dass wir nur die eigene Angst sehen oder die eigene Not. Sie schärft den Blick für die weltweite Dimension und hilft uns, solidarisch zu handeln.

 

Du Gott der Kleinen und Grossen,
 
Heute wollen wir dich bitten für alle Kinder, die unter Corona leiden. Weil sie in einigen Ländern nicht mehr nach draussen dürfen, weil sie ihre Spielkameraden vermissen, weil sie so lange keine Schule am Ort haben.
Wir wollen dich bitten für die Eltern dieser Kinder, die oft so viel gleichzeitig bewältigen müssen. Homeoffice, Existenzsorgen, Schulunterricht erteilen. Gib ihnen Gelassenheit und Geduld, Kreativität und Einfallsvermögen. Hilf ihnen, auf gute Art und Weise für ihre Kinder da zu sein.
Hilf auch den Lehrpersonen, die ihre Kinder von Ferne unterrichten, bei uns nicht mehr lange, in anderen Ländern vielleicht schon. Hilf ihnen, das auf gute Art und Weise zu tun.
Und insbesondere wollen wir dich bitten um den Schutz Kinder, die kein gutes Zuhause haben, die ihren vielleicht gewalttätigen Eltern jetzt die ganze Zeit ausgeliefert sind. Schenk, dass sie Unterstützung erhalten. Lass sie umgeben sein von Schutzengeln.
 
Amen

 

Ich brauche sie jeden Tag,
die Reise zu mir selbst.
In der Stille stosse ich zu mir selber vor,
komme zum Kern
und meine Seele erwacht.
 
 
 
Je ruhiger es um mich herum wird,
desto besser spüre ich mich,
finde ich meine Spur,
kann ich meinen Weg gehen,
mich selbst erfüllen,
Schöpfung vollenden,
mich gehen lassen
und zu mir kommen
 
 
Max Feigenwinter

 

Wieder unter der Rubrik Kindersprüche (gesammelt von Hartmut Press)
 
Es war zu einer Zeit, als man noch sparsamer mit den Lebensmitteln umging und ich die Essensreste meiner Kinder schön brav vertilgte. Dies sollte mir bei einem feinen Essen in der Stadt zum Verhängnis werden. Unser Rolfi schob mir seinen noch halbvollen Teller zu. Ich erklärte ihm, dass man dies in einem vornehmen Lokal nicht so machen könne wie daheim. Hier lasse man den Rest einfach auf dem Teller. «Aber wegwerfen werden die Leute in der Küche die Speisereste nicht. Die haben sicher einen Bauern, der am Abend alle Küchenabfälle für seine Schweine abholt.» Rolf sagt dann laut und vernehmlich in die Stille des Lokals: «Gell, Mama, bei uns zuhause bist du die Sau!»
 
Lothar (4) legt mit dem Spielzeuggewehr auf seine Mutter an. Sie ist entsetzt und schimpft: «Auf einen Menschen zielt man nicht!» Er darauf: «Mami, auf dich kann ich ruhig zielen, du gehst doch nicht kaputt.»
 
Am Sonntagmorgen kam meine kleine Nathalie zu mir ins Bett, legte liebevoll den Arm um mich und sagte: «Ich will eine ganz schöne Mama haben! Wenn ich gross bin, werde ich Doktor und operiere dich!»

 

Heute lade ich Sie ein, zu danken. Vielleicht können Sie dies konkret tun, denn vielleicht haben Sie irgendeine Art von Unterstützung erfahren in dieser Zeit.
Oder Sie können innerlich danken. Danken all den freiwilligen Helfern, die ihre Zeit und ihre Hilfe zur Verfügung stellen. Danken den Menschen, die im Verkauf arbeiten, die reinigen und desinfizieren, die im Gesundheitswesen arbeiten, die Waren transportieren, die politische Entscheidungen treffen und versuchen, dies mit bestem Wissen und Gewissen zu tun. Danken den Menschen, die grosszügig Geld spenden. Danken den Arbeitgebern, die versuchen, ihre Mitarbeitenden möglichst fair und entgegenkommend zu behandeln trotz wirtschaftlich schwierigen Zeiten.
Dankbarkeit für die Solidarität der Jungen mit den Risikogruppen.
Dankbarkeit, in der Schweiz zu wohnen als einem auch unter Coronazeiten ziemlich privilegierten Land.
Und auch wenn Sie keine konkrete Unterstützung bekommen haben, vielleicht finden Sie einen Weg, Ihre Dankbarkeit auszudrücken.