Vitamine für die Seele


Liebe Leserin
Lieber Leser

Jeder Mensch braucht ab und zu seelische Nahrung die gut tut. Mit den "Vitaminen für die Seele" wollen wir Ihnen, in losen Abständen, solche Nahrung bereitstellen. Wir wünschen Ihnen, Momente an denen Sie aus dem Altagstrott ausbrechen können und dabei diese Vitaminen tanken können.

Falls Sie das Bedürfnis für Seelsorge, für andere Anliegen, oder konkrete Hilfeleistungen haben, können Sie sich jederzeit an mich wenden.

Pfrn. Annette Spitzenberg

 

Heute lade ich Sie dazu ein, von Ihrem eigenen Schmerz oder eigenen Leiden auszugehen, falls Sie Schmerz oder Leiden empfinden. Vielleicht fühlen Sie sich einsam, vielleicht haben Sie Angst, vielleicht sind Sie in Sorge um Ihre eigene Existenz oder um die Existenz Ihres Betriebs, vielleicht leiden Sie darunter, Ihre Liebsten nicht sehen oder umarmen zu können, vielleicht haben Sie kürzlich jemanden verloren und sind allein mit Ihrer Trauer. Was auch immer Ihr Leiden ist, Sie sind damit nicht allein. Es geht vielen so wie Ihnen.
Nehmen Sie Ihr Leiden als Ausgangspunkt, um sich zu verbinden mit allen andern, die weltweit denselben Schmerz wie Sie durchleiden. Spüren Sie die Gemeinschaft, die dadurch entsteht. Und dann lassen Sie in Ihrem Herz Mitgefühl aufsteigen für sich selbst und für alle, die diesen Schmerz oder dieses Leiden mit Ihnen teilen. Vielleicht haben Sie eine Bitte, einen Wunsch, dann sprechen Sie ihn aus. Oder Ihnen fällt ein, was diesen Schmerz lindert. Dann können Sie sich und allen andern diese Linderung oder Heilung wünschen.
Und wenn es Ihnen rundum gutgeht, dann verbinden Sie sich auch und teilen diese Freude und Dankbarkeit mit allen.

 

Wieder unter der Rubrik lustige Versprecher (gesammelt von Hartmut Walsdorff)
 
Wir bitten um die Kraft des Heiligen Greises.
(Geistes)
 
Eines der bekanntesten Lieder von Paul Gerhard fordert uns auf: Geh aus mein Herz und suche Streit.
(Freud)
 
Man denke nur an die im Mittelalter üblichen grausamen Kerzenverbrennungen.
(Ketzerverbrennungen)
 
Als gute Seelsorgerin muss ich mit Menschen- und mit Teufelszungen reden.
(Engelszungen)
 
Offen bleibt zunächst, was Jesus uns mit der Teilung des Hauptstummen sagen will.
(Heilung des Taubstummen)
 
Auch Kirchgänger sollten das Sprichwort beherzigen: Ehrlich währt am schlimmsten.
(längsten)
 
Eine Vikarin in der Examenspredigt
Niemand wird zum Vater denn durch mich.
(kommt zum Vater)
Man singt doch
so vieles
Mein Stummer
mein mich immer
umarmender
Nichtda
wie ist es denn
toter tosender
toter Gott
wie ist es denn
mit dir
und mir
Ozean
In meinem wind-
schiefen Zelt
 
Du allein
bist der Heilige
ich sage nichts
Geliebter
ich fasse bloss
deine Füsse
im Krokusbeet
in den gelben
ewigen Osterglocken
denn du allein
bist der Herr
von Ewigkeit
zu Ewigkeit
Amen
 
Silja Walter
Ich bin der gute Hirte. Joh 10, 11a
 
Das sagt Jesus von sich selbst und wir erinnern uns dabei an den bekannten Psalm der Bibel, Ps 23 (Der Herr ist mein Hirte). Jesus als guter Hirte führt aus, dass er bereit ist, sein Leben hinzugeben. Nun, vielleicht ist die Vorstellung nicht sehr erbaulich, ein blökendes Schaf in einer Herde zu sein. Und manch eine mag in dieser Zeit zweifeln. Wo ist ein guter göttlicher Hirte zu finden angesichts dieser weltweiten Krise, die nicht nur direkte Opfer durch die Krankheit fordert, sondern auch sehr viel Indirekte.
Und in solchen Krisenzeiten mögen sogar gute politische Führerfiguren plötzlich Aspekte einer guten Hirtin oder eines guten Hirten haben, die es verstehen, Vertrauen zu erwecken.
Ich glaube, Jesus wollte uns damit auch in seine Nachfolge rufen und deutlich machen, worin das Wesen eines guten Hirten besteht. Nicht in einem Leben, das frei ist von Leid, sondern ein Leben, das bestimmt ist von Hingabe. Diese Hingabe hat er beispiellos gelebt. Um ihm nachzufolgen und Qualitäten einer guten Hirtin zu entwickeln, muss man nicht physisch sterben, aber sich hingeben an die vertrauensvolle Bitte an den Guten Hirten: «Dein Wille geschehe.»
Natur
Die Natur hat grosse Heilkraft. Und so lade ich Sie heute zu einer Naturmeditation ein. Gehen Sie an einen Ort, den Sie mögen. Wenn Sie dort nicht hinkönnen, dann können Sie sich diesen Ort entweder vorstellen, oder die Übung auch mit einer Pflanze oder einem Baum in Sichtweite machen. Wenn Sie dort sind, lassen Sie den Blick ein wenig schweifen und erlauben sich, von etwas angezogen zu sein, was da ist in der Natur. Betrachten Sie diese Pflanze oder Stein oder Gegenstand, wenn Sie mögen, können Sie auch den Tastsinn zu Hilfe nehmen oder daran riechen. Wenn es eine Pflanze ist, lassen Sie es zu, dass Sie den Lebenssaft dieser Pflanze erspüren können. Dann konzentrieren Sie sich auf Ihren eigenen Atem. Verbinden Sie sich auf diese Weise mit dem Betrachteten. Gibt es irgendwo in Ihnen ein Körpergefühl, das in Ihnen ausgelöst wird? Wie fühlt es sich an? Wo spüren Sie es? Lassen Sie Ihren Atem einen Moment dort hinfliessen. Und lassen Sie es zu, dass dieser Gegenstand oder diese Pflanze vielleicht sogar eine Art «Botschaft» hat für Sie. Bedanken Sie sich.
 
Unten finden Sie ganz kurz meine Erfahrung.

 

 Findling

 

Dieser Findling, geborgen am Stamm dieses Baumes, hat mich angezogen. Wie hat er hierher gefunden? Offensichtlich lag er lange in einem strömenden Bachbett, das dieses Muster aus ihm herausgewaschen hat. Und seine Botschaft, die ich mitnahm: das Weiche Fliessende hat auf die Dauer mehr Kraft als das Harte Starre.
Und der Fels, der Schutz und Sicherheit bietet, hat Raum geschaffen für das Wasser. Und jetzt selbst vorläufigen Schutz gefunden in den Armen dieses Baumes.
Erfahren am 19.4.2020