Vitamine für die Seele


Liebe Leserin
Lieber Leser

Jeder Mensch braucht ab und zu seelische Nahrung die gut tut. Mit den "Vitaminen für die Seele" wollen wir Ihnen, in losen Abständen, solche Nahrung bereitstellen. Wir wünschen Ihnen, Momente an denen Sie aus dem Altagstrott ausbrechen können und dabei diese Vitaminen tanken können.

Falls Sie das Bedürfnis für Seelsorge, für andere Anliegen, oder konkrete Hilfeleistungen haben, können Sie sich jederzeit an mich wenden.

Pfrn. Annette Spitzenberg

 

Heiliger Gott, halte und bewahre du sie in deinem Namen, den du mir gegeben hast, damit sie eins sind wie auch wir. Johannes 17, 11b
 
Diese Bitte stammt aus den Abschiedsreden Jesu. Jesus hat aus tiefster Verbundenheit mit Gott gelebt. Das wünscht er sich für alle, die ihm nachfolgen. Einssein mit Gott, dem Ursprung unseres Lebens, einssein untereinander, wie ist das möglich?
Als Mystikerin bin ich der Überzeugung, dass wir alle im tiefsten Grund unserer Seele eins sind mit unserem Ursprung, mit Gott, der sich nicht in Worte fassen lässt. Doch ich vergesse es manchmal, ich lebe nicht immer aus diesem Bewusstsein heraus. Darum braucht es Jesu Bitte. Jesus, der ganz aus dieser Einheit gelebt, gewirkt, geliebt hat. Ich glaube, dass wir heute diese Bitte besonders nötig haben, um aus dieser Verbundenheit mit der göttlichen Liebe zu leben. Aber auch, um das Bewusstsein zu schärfen, dass wir in der Tiefe alle miteinander verbunden sind und diese Krise nur aus dieser Verbundenheit heraus meistern können. So bin ich bin auch der Flüchtling in Moria, die arbeitslose Physiotherapeutin, die einsame Seniorin, der Trauernde, und viel schwerer: der gewissenlose Profiteur und machtgeile Diktator.
Etwas von dem, was wir zurzeit am Schmerzlichsten vermissen, sind unsere Beziehungen resp. die direkten Begegnungen mit unserer Familie, unseren Freunden, oft auch unseren Arbeitskolleginnen und -kollegen.

Daher lade ich Sie heute ein, sich zu überlegen, ob es ein Familienmitglied oder einen Freund, eine Freundin gibt, mit der Sie schon länger keinen Kontakt mehr hatten. Können Sie dieser Person eine Postkarte schreiben, oder einen Brief, eine Mail oder Kurznachricht oder sie anrufen? Wenn Ihnen dies nicht möglich ist, können Sie ihr auch einen freundlichen Gedanken schicken oder falls es Ihnen entspricht, ein Gebet für sie sprechen oder einen Segen.


Vielleicht gibt es gar ein Familienmitglied oder eine Freundin/ein Freund, mit der Sie im gegenseitigen Unfrieden sind. Das können oft tiefe und schmerzhafte Wunden sein. Können Sie um Frieden und Versöhnung bitten? Gibt es vielleicht sogar einen winzig kleinen Schritt, den Sie selbst tun können in dieser Situation? Und sei es nur, indem Sie sich vornehmen, sich eines Tages zu versöhnen (um Ihretwillen).

 

Atem

Das Coronavirus verursacht Lungenentzündung mit Atemnot. Viele Menschen haben Angst, wenn wir Angst haben, atmen wir flach. Sehr viele Menschen stehen unter Quarantäne, sind isoliert, darunter auch Schwerkranke in den Spitälern, Trauernde zuhause, psychisch Anfällige, Familien mit Gewaltpotenzial. Das alles raubt den Atem.

Daher lade ich Sie heute ein, sich bewusst mit Ihrem Atem zu verbinden.

Wenn Sie können, gehen Sie nach draussen und stellen Sie sich aufrecht hin, alternativ stellen Sie sich an ein geöffnetes Fenster. Beobachten Sie als erstes, wie Ihr Atem kommt und geht. Wo in Ihrem Körper spüren Sie die Atembewegung? Wenn Sie mögen, legen Sie die Hände auf diese Körperstelle. Beobachten Sie. Dann nehmen Sie ein paar ganz bewusste Atemzüge, bei denen Sie versuchen, den ganzen Lungenraum nacheinander zu füllen: Bauch, Mitte und hoher Brustraum. Wenn Sie mögen, können Sie dazu Ihre Arme ausbreiten. Halten Sie kurz den Atem an. Dann stossen Sie die Luft ebenso anhaltend wieder aus, bis die ganze Lunge leer ist (wenn Sie mögen, können Sie dabei die Arme vor der Brust zusammenziehen).
Ein Pfarrer sitzt an seiner Predigt. Seine Tochter möchte wissen: «Papa, woher weisst du eigentlich, was du alles schreiben sollst?» Er antwortet: «Das sagt mir der liebe Gott.» Die Tochter darauf nachdenklich: «Und warum korrigierst du dann so viel?»
 
Herr und Frau Meier sitzen in der Kirche im Sonntagsgottesdienst. Plötzlich stößt Frau Meier ihren Mann an und flüstert: »Der Herr vor uns schläft!« Darauf Herr Meier vorwurfsvoll: »Aber deswegen brauchst du mich doch nicht zu wecken!«
 
Sagt die Pfarrerin beim Gottesdienst: "Unsere Organistin kann heute leider nicht spielen. Ich stimme das Lied 71 an, danach fällt die ganze Kirche ein!"
 
Und zu aktuellem Anlass:
Der Leiter des Kölner Gesundheitsamtes hat allen geraten, die nicht von der Grippewelle erfaßt werden wollen, drei Dinge zu beachten: Vermeiden Sie, anderen Menschen die Hand zu schütteln! Keine Küßchen austeilen oder entgegennehmen! Meiden Sie Menschenansammlungen! Darauf meinte ein Christ: »Dann kann ich ja am Sonntag in die Kirche gehen. Dort begrüßt mich niemand. Keiner gibt mir ein Küßchen und ich sitze in meiner Bank alleine.«
Du Gott der Witwen und Waisen,
 
Wir bitten dich für die Menschen weltweit, die am härtesten durch Corona betroffen sind:
Für die Flüchtlinge in den Flüchtlingslagern, in denen prekäre sanitäre Situationen herrschen und die Menschen auf engstem Raum zusammengepfercht sind, geschwächt und mit kaum medizinischer Versorgung.
Für die Armen in so vielen Ländern, die vom Lockdown existenziell betroffen sind. Insbesondere denke ich an die indischen Wanderarbeiter und Tagelöhner.
Für alle Länder, die schwache Gesundheitssysteme haben.
Für die Menschen bei uns, die durch die Maschen fallen, Obdachlose, Randständige, einige Selbständigerwerbende, manche Kulturschaffende, Physio- und andere Therapeuten, Taxifahrende, Raumpflegerinnen.
Wir bitten dich, du Gott der Witwen und Waisen,
schenke Hilfe,
lass Nationen und Regierungen über Grenzen hinweg zusammenstehen, auch wenn die Übergänge jetzt abgeriegelt sind.
Öffne auch unsere Herzen und Hände und zeige uns, was wir zur Linderung der Not beitragen können.
Amen