Vitamine für die Seele


Liebe Leserin
Lieber Leser

Jeder Mensch braucht ab und zu seelische Nahrung die gut tut. Mit den "Vitaminen für die Seele" wollen wir Ihnen, in losen Abständen, solche Nahrung bereitstellen. Wir wünschen Ihnen, Momente an denen Sie aus dem Altagstrott ausbrechen können und dabei diese Vitaminen tanken können.

Falls Sie das Bedürfnis für Seelsorge, für andere Anliegen, oder konkrete Hilfeleistungen haben, können Sie sich jederzeit an mich wenden.

Pfrn. Annette Spitzenberg

 

Wir werden eingetaucht

und mit Wassern der Sintflut gewaschen

wir werden durchnässt

bis auf die Herzhaut

 

Der Wunsch nach der Landschaft

diesseits der Tränengrenze

taugt nicht

der Wunsch den Blütenfrühling zu halten

der Wunsch verschont zu bleiben

taugt nicht

 

Es taugt die Bitte

dass bei Sonnenaufgang die Taube

den Zweig vom Ölbaum bringe

Dass die Frucht so bunt wie die Blüte sei

dass noch Blätter der Rose am Boden

eine leuchtende Krone bilden

 

Und dass wir aus der Flut

dass wir aus der Löwengrube und dem feurigen Ofen

immer versehrter und immer heiler

stets von neuem

zu uns selbst

entlassen werden

 

Hilde Domin

Humor ist eine grosse Ressource und im Appenzellischen bekanntlich besonders kräftig verbreitet.

Niemals den Humor verlieren, er ist die einzig wirksame Waffe gegen den Ernst des Lebens.

 

Der Pfarrer und das Rettungsboot

Ein Pfarrer sitzt an seiner Predigt über die Vorsehung Gottes. Da erfährt er, dass ein Damm gebrochen ist. Er unterdrückt seine aufsteigende Panik und sagt sich: «Jetzt praktiziere ich, wovon ich predige. Ich werde nicht fliehen, sondern darauf vertrauen, dass Gott mich rettet». Als das Wasser bei seinem Fenster steht, fährt ein Boot vorbei, die Menschen rufen: «Steigen Sie ein, Herr Pfarrer!» «Oh nein, antwortet er, Gott wird mich retten!» Er klettert jedoch aufs Dach, da das Wasser weiter steigt. Ein weiteres Boot fährt vorbei. «Steigen Sie ein!», rufen sie ihm wiederum zu und er lehnt abermals ab. Er klettert noch höher bis auf den First, ein Polizeihelikopter fliegt vorbei, um ihn zu retten, das Wasser reicht bereits bis zu seinen Knien. Lächelnd lehnt er abermals ab. «Sehen Sie, Gott wird mich nicht im Stich lassen». Als er ertrunken zu Gott hochsteigt, beklagt er sich bitter. «Warum tatest du nichts, um mich zu retten?» «Nun, immerhin habe ich dir zwei Boote und einen Helikopter vorbeigeschickt!»

Ich bin gewiss: Weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges noch Gewalten, weder Höhe oder Tiefe noch irgendeine andere Kreatur können uns scheiden von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist. Röm 8, 38.39

Für mich ist dies die allerbeste Medizin! Die Gewissheit, dass es nichts gibt, weder auf der Erde noch im Himmel, was mich je von Gottes Liebe trennen könnte. Ob ich nun krank werde oder gesund bleibe, ob ich lebe oder sterbe, immer bleibe ich in Gottes Liebe, in Gottes Hand. Nichts kann mich je daraus herausreissen. Das gibt inmitten von unsicheren Zeiten auch eine grosse Gelassenheit.

Nicht nur sind wir von Gottes Liebe umgeben und gehalten, Christus wohnt mit seiner Liebe auch in uns. So können wir uns von dieser Liebe erfüllen und durchdringen lassen, und uns auch von ihr bewegen lassen. Denn da ist sie ganz ähnlich wie das Coronavirus: sie steckt an.

In solch herausfordernden Zeiten ist es besonders wichtig, sich selbst gut Sorge zu tragen. Ich tue mir selbst etwas Gutes. Die Liste kann beliebig ergänzt werden.

  • Ich gehe in den Wald oder die Natur und mache einen Spaziergang mit allen Sinnen. Ich lausche den Geräuschen und Vögeln, ich beobachte das unterschiedliche Frühlingsgrün, ich atme tief die frische Luft ein, schnuppere an Blüten, nehme den Waldboden wahr unter meinen Füssen und nehme irgendetwas mit und lege es zuhause an einen passenden Ort
  • Ich höre Musik, die mir besonders gut gefällt
  • Ich telefoniere mit einer guten Freundin oder einem guten Freund
  • Ich koche mein Lieblingsessen und decke den Tisch ganz festlich
  • Ich lese ein gutes Buch
  • Ich schaue einen Film an, der mir guttut
  • Ich creme meine Haut ein mit einer wohlriechenden Salbe
  • Ich tanke Sonne bei gutem Wetter, lasse mich bewusst erwärmen von ihren Strahlen und nehme ihr Licht in mich auf

Wenn ich liiert bin, Familie oder liebe Menschen um mich habe, drücke ich ihnen gegenüber meine Liebe aus